ESPON IRiE: Interregional relations in Europe (2020-2022)
Das ESPON-Projekt IRiE (Interregional Relations in Europe) untersuchte von 2020 bis 2022 die vielfältigen Verflechtungen zwischen europäischen Regionen. Während die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten zwischen europäischen Staaten bereits gut erforscht sind, fehlte bislang ein vergleichbares Verständnis der realen Verflechtungen auf regionaler Ebene. Ziel des Projekts war es daher, die interregionalen Verbindungen innerhalb Europas systematisch zu analysieren und deren Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit, territoriale Kohäsion und regionale Entwicklung sichtbar zu machen.
Hierfür wurden innovative Methoden entwickelt und angewendet, um bestehende Datenlücken zu überwinden und Ströme von Personen, Gütern, Kapital, Wissen und Dienstleistungen zwischen Regionen zu erfassen. Die Analysen ermöglichten erstmals ein umfassendes Bild der funktionalen Verflechtungen europäischer Regionen und lieferten differenzierte Erkenntnisse für verschiedene Raumtypen, darunter Grenzregionen, periphere und zentrale Regionen, Regionen in äußerster Randlage sowie regionale Beziehungen innerhalb einzelner Staaten.
Das Projekt zeigte auf, in welchem Umfang interregionale Beziehungen Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit fördern oder Entwicklungshemmnisse verursachen können. Die Ergebnisse lieferten eine neue Grundlage für die Ausgestaltung regionaler und nationaler Politiken sowie für die Bewertung der Auswirkungen europäischer Strategien, beispielsweise des European Green Deal, auf unterschiedliche Regionen Europas. Die Ergebnisse des Projekts umfassen umfangreiche Datensätze, Analysen, Szenarien und interaktive Anwendungen zur Untersuchung interregionaler Beziehungen in Europa. Dazu gehören unter anderem Analysen zu Handels-, Migrations-, Pendler-, Tourismus- und Wissensströmen sowie Szenarien zu den Auswirkungen von COVID-19, dem European Green Deal und geopolitischen Entwicklungen auf die regionale Entwicklung Europas.
Als zusätzlichen Beitrag entwickelte S&W den Flow Mapper, ein webbasiertes Visualisierungswerkzeug zur Darstellung und Analyse interregionaler Verflechtungen. Der Flow Mapper ermöglicht die intuitive Exploration komplexer regionaler Austauschbeziehungen und unterstützt Politik, Verwaltung und Forschung dabei, räumliche Interdependenzen besser zu verstehen und in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
Das Projekt wurde im Rahmen des ESPON-2020-Programms von einem internationalen Konsortium durchgeführt. Die Projektleitung lag bei NASUVINSA (Navarra de Suelo y Vivienda, Spanien). Weitere Konsortialpartner von S&W Stadt- und Regionalforschung (Deutschland) waren CEPREDE – Centro de Predicción Económica (Spanien), das Institute of Geography and Spatial Organization der Polnischen Akademie der Wissenschaften (IGSO PAS, Polen), die Delft University of Technology (Niederlande), die University of Eastern Finland (Finnland) sowie die University of Thessaly (Griechenland).
Weitere Informationen sind über die ESPON IRiE – Projektseite verfügbar.
Informationen zur Abschlussveranstaltung in Pamplona finden Sie hier.
